
In Kuba geht das Licht aus. Flächendeckende Stromausfälle lähmen die Karibikinsel. In Havanna herrschen oft bis zu 21 Stunden Dunkelheit am Tag. Für die Bevölkerung hat das dramatische Folgen: Lebensmittel verderben, Wasserpumpen fallen aus, Medikamente können nicht gekühlt werden und das öffentliche Leben steht weitgehend still.
Dass es dennoch Inseln der Hoffnung gibt, zeigt die presbyterianische Kirchengemeinde im Stadtteil Guanabacoa. Dank einer Photovoltaikanlage, die das GAW finanziert hat, kann ihr Kindergarten trotz des Stromkollapses weiterarbeiten. Die Solaranlage versorgt den Kindergarten und die Gemeinde zuverlässig mit Energie, sodass Betreuung, Küche und Gemeindearbeit auch während der langen Stromausfälle möglich bleiben. Rund 60 Kinder werden hier betreut und erhalten täglich eine warme Mahlzeit. Erst kürzlich konnte die Abschlussfeier des Kindergartenjahrgangs stattfinden. „Dass wir diese Feier erleben konnten, ist zu einem großen Teil der Hilfe des GAW beim Bau der Solaranlage zu verdanken“, sagt Pastor Yoelkis bewegt. „Für uns ist das ein sichtbares Zeichen der Hoffnung mitten in der Krise, die unser Land schwer getroffen hat.“

Die Ursachen des Notstands sind vielfältig: Veraltete Kraftwerke aus der Sowjetzeit sind inzwischen weitgehend marode. Gleichzeitig fehlen dem Staat die Devisen für Ersatzteile und Treibstoffimporte, während die Öllieferungen aus Venezuela stark zurückgegangen sind. Hinzu kommen die verschärften US-Sanktionen. Sie erschweren Kuba den Zugang zum internationalen Finanzsystem, schränken private Geldüberweisungen und Reisen aus den USA erheblich ein und behindern ausländische Investitionen. Dadurch verschärfen sich der Treibstoff- und Devisenmangel zusätzlich. Besonders der Tourismus – die wichtigste Einnahmequelle des Landes für dringend benötigte Devisen – leidet unter den Einschränkungen.
Die wirtschaftlichen Folgen sind verheerend. Betriebe stehen still, die Inflation steigt und immer mehr Menschen kämpfen täglich ums Überleben. „Es ist zum Verzweifeln“, schreibt Pastor Yoelkis. „Das Überleben ist ohne Hilfe von außen schwer möglich.“
Gerade in dieser Situation werden Projekte wie die Solaranlage in Guanabacoa zu einem sichtbaren Ausdruck christlicher Solidarität. Sie ermöglicht eine verlässliche Stromversorgung und gibt der Gemeinde ein Stück Normalität und Hoffnung in einer Zeit, in der beides selten geworden ist.
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