Venezuela nach dem Erdbeben (Foto: GAW)

Die Lage in Venezuela bleibt dramatisch. Während die offiziellen Opferzahlen bislang vergleichsweise niedrig sind, gehen kirchliche und humanitäre Partner inzwischen von mehr als 10.000 Todesopfern aus. Tausende Menschen wurden verletzt, Hunderttausende haben ihr Zuhause verloren.

Besonders betroffen sind neben den Ballungsräumen auch Puerto Cabello und Morón. Viele Familien mussten fliehen und finden nun Schutz bei Verwandten, in Kirchengemeinden oder sozialen Einrichtungen. So hat die Mutter des frisch ordinierten Pastors Oscar Salazar ihr Haus verloren und lebt derzeit mit weiteren Betroffenen in den Räumen der lutherischen Gemeinde in Valencia.

Die ökumenische Hilfsorganisation Acción Ecuménica (AECU), langjährige Partnerin des GAW, erfasst gemeinsam mit anderen Organisationen den dringendsten Bedarf. Krankenhäuser arbeiten an ihrer Belastungsgrenze, Rettungsarbeiten dauern vielerorts noch an. Im Mittelpunkt stehen jetzt medizinische Versorgung, Lebensmittelhilfe und psychosoziale Begleitung für traumatisierte Menschen. Gleichzeitig wächst die Sorge um die Zeit nach der Katastrophe – insbesondere um Kinder, die ihre Eltern verloren haben und nun besonders gefährdet sind.

Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Venezuela hat ihre Hilfe sofort organisiert. Die Gemeinde in Caracas stellt Medikamente und medizinische Erstversorgung bereit, ein kirchliches Altersheim kocht täglich Mahlzeiten für Notunterkünfte. Bislang konnten 33 Menschen in kirchlichen Einrichtungen und Gastfamilien aufgenommen werden. Im Straßenkinderheim Casa Hogar in Valencia fanden bereits acht weitere Kinder und Jugendliche Schutz obwohl die Kapazitäten nahezu erschöpft sind.

Hilfsgüter werden im luther. Kirchenzentrum ge-
sammelt und sortiert (Foto: GAW)

Die lutherische Kirchengemeinde in Caracas organisiert des weiteren Medizinhilfe und Sachspenden und bringt sie in die betroffenen Regionen. Gleichzeitig werden besonders gefährdete ältere Menschen, Familien und Geflüchtete regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt. Darüber hinaus werden täglich mindestens 25 Mahlzeiten für Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und ein Kinderkrankenhaus zubereitet.

Eine zusätzliche Herausforderung bleibt der Geldtransfer nach Venezuela. Internationale Überweisungen werden aufgrund von Sanktionen und der schwierigen wirtschaftlichen Lage häufig verzögert oder blockiert.

Durch die langjährigen Kontakte nach Venezuela schafft es das GAW Hilfsgelder über internationale Konten ins Land zu bringen und die Unterstützung fortzusetzen.

Es ist absehbar, dass diese Katastrophe Venezuela, die Partner des GAW und das GAW selbst beschäftigen wird. Wenn die Aufmerksamkeit zurückgeht bleiben die lokalen Kirchengemeinden und Partnerorganisationen an der Seite der Menschen. Genau diese langfristige Begleitung gehört zum Auftrag des GAW.

Dank der Unterstützung der Rheinischen Landeskirche konnte die erste Hilfe auf den Weg gebracht werden.

Spendenkonto:

Gustav-Adolf-Werk e.V.
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BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)
Stichwort: „Nothilfe“