Dachsanierung in Liege (Foto: GAW)

Jeden Montag öffnen sich im „Jaccaud-Saal“ der protestantischen Gemeinde Lambert-le-Bègue in Lüttich die Türen für Menschen, die oft nur wenige Anlaufstellen haben. Bedürftige Menschen, Migrantinnen und Migranten sowie sozial Benachteiligte finden hier nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern vor allem Begegnung, Unterstützung und ein offenes Ohr. Dass diese wichtige Arbeit auch künftig möglich bleibt, verdankt sich einer erfolgreichen Dachsanierung des Sozialzentrums, die im Sommer 2025 abgeschlossen werden konnte.

Die protestantische Gemeinde Lambert-le-Bègue ist seit 1838 in der Stadt verwurzelt und gehört zur Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien (VPKB). Ihr diakonisches Engagement hat eine lange Tradition. Bereits seit 1954 engagiert sich die „Entr’Aide Protestante Liégeoise“ für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Die Hilfe reicht dabei weit über materielle Unterstützung hinaus: Menschen erhalten Kleidung, eine warme Mahlzeit, Beratung und vor allem die Erfahrung, gesehen und ernst genommen zu werden.

Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich ist die Begleitung von Migrantinnen und Migranten durch den „Service Social des Étrangers“, der aus der Gemeindearbeit hervorgegangen ist. Seit 1974 unterstützt dieser Dienst ausländische Studierende, Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte bei sozialen und alltäglichen Herausforderungen. Hinzu kommen Alphabetisierungs- und Integrationskurse, die Menschen helfen, in ihrer neuen Umgebung Fuß zu fassen. Die Gemeinde versteht dieses Engagement unter dem Leitwort „Témoigner et servir“ – „Zeugnis und Dienst“: Der christliche Glaube zeigt sich im konkreten Dienst am Menschen.

Diese Arbeit war jedoch zunehmend gefährdet. Das Flachdach des Gebäudes war undicht geworden. Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung beeinträchtigten die Nutzung der Räume und drohten, die sozialen Angebote einzuschränken. Eine umfassende Erneuerung des Daches mit moderner Wärmedämmung war deshalb dringend notwendig.

Die Bauarbeiten begannen im Juni 2025 und konnten innerhalb kurzer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 28 000 Euro. Das GAW unterstützte die Sanierung mit 7.500 Euro. Eine Beteiligung der Stadt Lüttich kam nicht zustande. Den verbleibenden Betrag von 20.500 Euro brachte die Gemeinde aus eigenen Rücklagen und Spenden auf.

„Diese Investition belastet unsere Reserven für zukünftige Instandhaltungen“, erklärte Ferdinand Dehousse, Präsident des Verwaltungsrats. Gleichzeitig sei die Dankbarkeit gegenüber allen Unterstützern und der gemeindeeigenen Projektgruppe groß, die das Vorhaben begleitet habe.

Die protestantischen Gemeinden in Belgien sind eine kleine Minderheit – etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung gehören einer protestantischen Kirche an. Dennoch leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, besonders in der Armutsbekämpfung, der Flüchtlingshilfe und der Integration. Die Sanierung des Daches in Lüttich sichert deshalb nicht nur ein Gebäude. Sie bewahrt einen Ort, an dem Menschen Hilfe, Würde und Gemeinschaft erfahren – ein sichtbares Zeichen gelebter Nächstenliebe mitten in der Stadt.