
GAW-Präsident von 1975-1978)
Vor 50 Jahren schrieb der damalige GAW-Präsident Günter Besch zum Thema einer „Theologie der Diaspora“ folgende Worte, die Aufnahme gefunden haben in dem Studiendokument der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zur genannten Theologie:
„Unser Diasporabegriff wandelt sich. Wir lernen immer mehr, dass Diaspora nicht ein Ausnahmezusatnd ist, sondern ein Wesensmerkmal der Kirche Jesu Christi in der Welt…
Eine „Theologie der Diaspora“ hätte eine wichtige Aufgabe. Sie könnte und müßte uns aus dem Bann unserer theologischen Abstraktionen befreien. Sie könnte und müßte unsere Theologie ständig daran erinnern, dass sie uns Hilfeleistung zu bieten hat für die Bewältigung der Situation, in der die Kirche in der Welt von heute steht, und in die auch unsere Kirche hineingerät oder wahrscheinlich schon viel weiter hineingeraten ist, als wir selbsr merken und wahrhaben wollen… –
(Wir haben von unseren Partnerkirchen in der Diaspora) genausoviel zu empfangen, wie wir ihnen zu geben vermögen. … (Bei ihnen sind z.B.) eigenständige theologische Konzeptionen entwickelt worden aus der Diaspoarsituation heraus, die auch für uns höchst bedeutsam sein können. Eine „Theologie der Diaspora“… könnte unserer Kirche, die – noch – die Strukturen einer Volkskirche trägt, einen großen zukunftsweisenden Dienst tun.“
(Die Evangelische Diaspora, Jahrbuch des GAW 1976, 46. Jahrgang, S.31ff)
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