Sanierung der Kirchenfassade in Ilok (Foto: GAW)

Ilok ist die östlichste Stadt Kroatiens. Hoch über der Donau gelegen, die hier die Grenze zur serbischen Vojvodina bildet, lebt eine besondere evangelische Gemeinde: Rund 900 slowakische Lutheraner gehören zu ihr. Ihre Vorfahren siedelten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hier an. Bis heute wird das Gemeindeleben in slowakischer Sprache gestaltet.

Auch kirchengeschichtlich hat Ilok eine besondere Bedeutung. Über Jahrzehnte gehörte die Gemeinde zur Slowakischen Evangelischen Kirche A. B. in Jugoslawien. 1929 wurde ihr damaliger Pfarrer Adam Vereš zum ersten Bischof dieser Kirche gewählt. Ilok war damit ein wichtiges Zentrum des slowakischen Luthertums in der Region. Erst der Zerfall Jugoslawiens und die neuen Staatsgrenzen Anfang der 1990er-Jahre führten zur kirchlichen Eingliederung in die Evangelische Kirche in der Republik Kroatien. Die Verbindungen zur slowakischen Kirche in der benachbarten Vojvodina sind bis heute aber lebendig.

1921 errichtete die Gemeinde ihr erstes Bethaus, das 1961 durch die heutige Kirche ersetzt wurde. Vor rund 20 Jahren kam ein Gemeindezentrum hinzu. Das Gotteshaus wurde Schritt für Schritt saniert.

Mit Unterstützung des GAW hat die Gemeinde unter Pfarrer Mgr. Dušan Saják bereits wichtige Fortschritte erzielt. Die ersten beiden Bauabschnitte der Fassadensanierung sind abgeschlossen. Ein Wärmedämmsystem wurde auf zwei Gebäudeseiten angebracht, außerdem wurden Dachrinnen und Blecharbeiten erneuert. Damit ist die Kirche besser vor Witterungseinflüssen geschützt.

Die Baukosten beliefen sich auf rund 26.625 Euro. Das GAW unterstützte die Gemeinde mit 20.000 Euro in den Prokjektkatalogen 2024 und 2025, den Rest finanzierte sie aus eigenen Mitteln. Pfarrer Saják dankt für die verlässliche Unterstützung, die die Gemeinde ermutigt, die Arbeiten fortzusetzen.

Noch fehlen der abschließende Fassadenputz und weitere Detailarbeiten. Dafür werden rund 10.000 Euro benötigt.

Die Sanierung sichert der Gemeinde, deren Geschichte über Staatsgrenzen hinweg reicht, einen Ort für Glauben, Begegnung und Gemeinschaft.