
Eine kleine Delegation des GAW Württemberg besuchte vom 12. bis 14. Juni 2026 die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakei. Anlass der Reise war die 35-Jahr-Feier der Diakonie im Rahmen der „Evangelischen Tage“. Darüber hinaus besuchten die beiden Vorstandsmitglieder Eberhard Vöhringer und Diakon Pétur Thorsteinsson drei Projekte, die aktuell vom GAW unterstützt werden.
Čáčov (Senica)
Eberhard Vöhringer zeigte sich tief beeindruckt vom Engagement der 270 Mitglieder starken evangelischen Gemeinde in Čáčov, einem Ortsteil von Senica: „Die Begegnung mit Pfarrerin Lenka Sedláčková und ihrem Team hat mich sehr berührt. Mit wenigen Ressourcen packen sie jede Aufgabe mit einer beeindruckenden Lebensfreude an. Sie legen jede neue Herausforderung in Gottes Hände, in der festen Überzeugung, dass sich eine Lösung finden lässt.“
Für Pfarrerin Sedláčková ist es ein kleines Wunder, dass ihre Kirche inzwischen wieder ein dichtes Dach hat: „Als die Zusage vom GAW kam, war für uns klar: Jetzt können wir loslegen.“ Ein lokaler Baubetrieb ging für die Materialien in Vorleistung und half dabei, Handwerker zu fairen Preisen zu finden. Viele Ehrenamtliche packten tatkräftig mit an. Durch zusätzliche finanzielle Unterstützung von Kommunen, Dekanat und Bischofsbüro konnte das durch Unwetter beschädigte Dach repariert werden. Das ehrenamtliche Engagement der Erwachsenen wirkt ansteckend: „Neulich kamen an drei aufeinanderfolgenden Tagen Grundschülerinnen und haben beim Aufräumen und Putzen geholfen. Sie wollten ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten, dass unsere Kirche schön bleibt“, erzählt Pfarrerin Sedláčková.
Nitra
In der katholischen Metropole Nitra empfing Pfarrer Ivan Boženík die Gäste. Seine Gemeinde zählt laut der letzten Volkszählung in der Slowakei rund 2.500 Mitglieder, von denen etwa 1.000 aktiv sind. Die junge, missionarisch ausgerichtete Gemeinde legt großen Wert auch auf die Pflege internationaler Partnerschaften. So berichtete Pfarrer Boženík begeistert von der letzten Fahrt mit Konfirmanden zum Konficamp der Partnergemeinde in Kirchheim unter Teck und freute sich bereits auf einen Besuch der Partnergemeinde aus den USA, die den ursprünglichen Kirchenbau unterstützt hatte. Das GAW hilft nun bei der Reparatur des undicht gewordenen Dachs. Auch wenn der GAW-Anteil nur 20 % der Gesamtkosten deckt, zeigt sich auch hier: Die feste Zusage diente als wichtiges Signal, um weitere Geldgeber zu gewinnen.
Liptovský Hrádok

Bis zum Beginn der russischen Großinvasion in der Ukraine diente „Janoška“ als kirchliches Freizeitheim. Danach beherbergte das Haus bis zu 39 Geflüchtete aus der Ukraine. Heute sind es noch elf Personen. Dank der Unterstützung des GAW konnte die Wärmedämmung der Außenfassade erneuert werden. Peter Mihoč, Bischof des Ostdistrikts, berichtete von den aktuellen Hilfsleistungen für Geflüchtete, die der Distrikt koordiniert. Zurzeit sind Menschen in vier kirchlichen Häusern untergebracht. Da die Nachfrage gesunken ist, prüft die Kirchenleitung nun, ob ein oder zwei Standorte ausreichen könnten. Gleichzeitig gilt es, bereit zu bleiben: Der Krieg dauert an, und mit dem ersten Kälteeinbruch ist erneut mit schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine zu rechnen.
Pétur Thorsteinsson
Fotos: GAW Württemberg
Kommentare