
Das war beeindruckend: 18 Jugendliche der Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgistan aus dem ganzen Land kamen für drei Tage in der Hauptstadt Bischkek zusammen, um gemeinsam ein Sommercamp für rund 200 Kinder aus den Gemeinden der Kirche vorzubereiten. Die Geschichte des Mose – von seiner Geburt bis zur Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten – bildet in diesem Jahr das zentrale Thema. Mit diesen Texten setzten sich die jugendlichen Teamer intensiv auseinander, um inhaltlich gut vorbereitet zu sein.
Die Kinder- und Jugendfreizeiten sind ein zentraler Bestandteil der kirchlichen Arbeit. „Ohne unsere Kinder und Jugendlichen hat unsere Kirche keine Zukunft“, sagt Bischof Alfred Eichholz. Bei rund 500 aktiven Gemeindemitgliedern in 14 Gemeinden im ganzen Land ist die Zahl der teilnehmenden Kinder bemerkenswert. Insgesamt halten sich 1.000 Menschen an die lutherische Kirche. Gleichzeitig muss die Kirche in dem mehrheitlich muslimisch geprägten Land vorsichtig agieren. Kirchliche Arbeit mit Kindern unterliegt staatlichen Einschränkungen, direkte Einladungen sind nicht möglich. Stattdessen bitten Familien selbst darum, dass ihre Kinder teilnehmen dürfen.
In diesen Tagen in Bischkek wächst die 18-köpfige Gruppe zusammen, entwickelt Vertrauen und reflektiert ihre Rolle als Mitarbeitende. Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen, sondern vor allem um geistliche Stärkung und inhaltliche Klarheit: Wie spricht man mit Kindern über Glauben? Wie erzählt man biblische Geschichten so, dass sie Mut machen und im Alltag tragen?
Die zentrale Botschaft lautet: Gott traut Menschen etwas zu – auch dann, wenn sie sich selbst unsicher fühlen. Genau das sollen die Kinder erleben. Sie sollen Kirche als einen Ort kennenlernen, der Mut macht. „Es sind die Kinder, die uns helfen, auch andere Generationen zu erreichen“, so Bischof Eichholz.
Das Sommerlager findet auch in diesem Jahr unter einfachen Bedingungen wieder am Issyk-Kul statt. Die Suche nach einem geeigneten Ort bleibt eine Herausforderung, vieles muss improvisiert werden. Doch gerade das scheint den besonderen Charakter dieser Tage auszumachen. „Für die Kinder sind das unvergessliche Tage“, sagt Eichholz. „Sie erleben eine lebendige Kirche, Gemeinschaft, Spiel und Erholung, oft fern von ihrem nicht einfachen Alltag. Zugleich erfahren sie, dass sie gesehen werden und dass ihnen etwas zugetraut wird.“ So wird das Lager zu einem Ort, an dem Vertrauen wächst – in sich selbst, in andere und in Gott.
„Ohne die Unterstützung unserer Partner wäre diese Arbeit nicht möglich“, betont Eichholz. „Doch entscheidend bleibt die Vorbereitung der jugendlichen Teamer in Bischkek: Hier entsteht die Grundlage dafür, dass diese Tage für die Kinder prägend werden.“
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