Pfarrerin Cacilene Nobre mit Pfarrer
Christoph Anders vom GAW der EKBO
in Montijo (Foto: C. Rode)

Montijo, südlich von Lissabon am Tejo gelegen, ist eine Stadt im Wandel: Aus einer traditionell von Landwirtschaft und Fischerei geprägten Kleinstadt ist ein wachsender Wohnstandort im Großraum Lissabon mit ca 68.000 Einwohnern geworden. Mit dem Bevölkerungswachstum steigen auch die sozialen Herausforderungen, etwa bei bezahlbarem Wohnraum und der Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Seit mehr als einem Jahrhundert ist hier eine evangelisch-presbyterianische Gemeinde beheimatet. Ihre Anfänge reichen bis ins Jahr 1915: Die ersten Gebetstreffen fanden in einer kleinen Schuhmacherwerkstatt statt. Als die Gemeinschaft wuchs, wurden größere Räume nötig. Schließlich entstand mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Werks ein Kirchen- und Gemeindezentrum, das das Gemeindeleben bis heute prägt.

Im Rahmen einer Reise durch Portugal besuchte die Gruppe des GAW der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) die Gemeinde in Montijo. Der Austausch vor Ort machte deutlich, wie viel Verantwortung trotz kleiner Mitgliederzahl getragen wird und welche Herausforderungen jetzt im Vordergrund stehen.

Heute gehören vier Familien zur Gemeinde. Einige haben eine Einwanderungsgeschichte. Inzwischen betreut die aus Barsilien stammende Pfarrerin Cacilene Nobre die lange vakant gebliebene Pfarrstelle. Die Gemeine, obwohl klein, ist aktiv: Junge Menschen übernehmen Verantwortung und gestalten Gottesdienste, halten Predigten und sorgen dafür, dass die Gemeinde ihren Weg weitergeht. Die Hoffnung ist, dass es zu einem langsamen Wachstum kommt in dieser von starkem Wandel geprägten Stadt.

Kirchen- und Gemeindezentrum in
Montijo (Foto: C. Rode)

Gleichzeitig braucht das Gebäude dringend eine Sanierung. Ein undichtes Dach verursacht Feuchtigkeitsschäden an der Fassade und in den Wohnungen. Zudem sollen Dämmmaßnahmen helfen, das Haus besser gegen Kälte und Hitze zu schützen. Auch die Elektrik im Dachboden muss erneuert werden. Durch den Einbau von zwei separaten Stromzählern soll die bisherige Wohneinheit künftig in zwei Wohnungen aufgeteilt werden können.

Das Gemeindehaus ist dabei mehr als ein Ort für Gottesdienst und Begegnung: Die vermieteten Wohnungen sichern einen wichtigen Teil der finanziellen Grundlage. Die Sanierung bedeutet deshalb zugleich Bausubstanz erhalten und Handlungsfähigkeit sichern.

Aktuell sammelt das GAW für die Gemeinde in Montijo: Insgesamt sind im Rahmen der Projektkataloge 2025 und 2026 Fördermittel in Höhe von 22.000 Euro vorgesehen. Damit kann das Gemeindezentrum saniert werden – gegen Feuchtigkeitsschäden, für bessere Dämmung und eine Erneuerung der Elektrik. Die Bauarbeiten sollen zügig beginnen.

Für die Gemeinde ist ein Besuch wie vom GAW der EKBO ein wichtiges Zeichen der Solidarität. „Wir werden wahrgenommen und sind als evangeleische Christen nicht allein auf dem Weg,“ so ein Mitglied der Gemeinde. „Wir leben von Begegnung, gegenseitigem Interesse und der Erfahrung, nicht allein zu sein.“