Wunderschön liegt das Theologische Seminar über der Bucht
von Matanzas. „Hier kann man gut leben“, sagt ein Theologiestudent aus der brasilianischen
lutherischen Kirche, der hier für ein Jahr studiert. Die Bibliothek ist gut.
Die Professoren ebenso. Es gibt einen klaren Studienaufbau, der sich für
Pastorenkandidaten über fünf Jahre streckt. In der zweiten Hälfte des Studiums
müssen die Studierenden am Wochenende Gemeinden betreuen – meist solche
Stellen, die vakant sind.

Das Seminar wurde in den 1940-er Jahren gegründet von der
methodistischen, der episkopalen und der presbyterianischen Kirche. Leider hat
sich vor fünf Jahren die methodistische Kirche verabschiedet. Auch die
Finanzierung ist schwierig. Über 90 % der Mittel kommen aus dem Ausland. Neue
Kandidaten fürs Pfarramt zu gewinnen ist ebenso eine große Herausforderung für
alle Kirchen. So ist die Studierendenzahl nicht sehr hoch. Und die permanente
Residenzpflicht der Studierenden der Theologie treibt die Kosten hoch. Des
Weiteren denkt man nach über eine Veränderung des Studienprogramms, damit z.B.
die Presbyterianische Kirche schneller Pastoren bekommt. Das ist ein drängendes
Problem.

Inzwischen gibt es die verschiedensten Fernkurse und
Studienprogramme für aktive Laien – eine Arbeit, die sehr wichtig ist.

Und dennoch finden sich hier in Matanzas dieselben Fragen wieder, die
alle theologischen Ausbildungsstätten in Lateinamerika beschäftigen. Wie soll
es weitergehen? Wer wird weiter Mittel zur Verfügung stellen? Gibt es genug
Studierende?