Bei den Präsidentschaftswahlen in Peru wird es zu einer Stichwahl kommen am 5. Juni zwischen dem Linksnationalisten Ollanta Humala, der mit 31,8 Prozent das beste Ergebnis erzielte, und der rechtskonservativen Kandidatin Keiko Fujimori, Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori – eine Abstimmung der Extreme. Keine einfache Wahl, denn das liberale bürgerliche Lager hatte sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können. Während Unternehmer und Investoren sich vor dem Linkspopulismus von Ollanta Humala fürchten, schreckt andere das autoritäre und rechtspopulistische Modell, für das Keiko Fujimori steht.

Ollanta Humala

Der ehemalige Oberstleutnant Ollanta Humala hat im Gegensatz zur Wahl 2006 einen gemäßigteren Ton angeschlagen. Außenpolitisch ist der 47-Jährige auf Distanz zu dem Linkspopulisten Hugo Chávez gegangen, orientiert sich an der erfolgreichen Wahlkampagne des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva aus dem Jahr 2002 und hat zudem seine antichilenische Haltung etwas abgemildert. Peru und Chile sind seit 2007 vor dem International Gerichtshof in Den Haag im Streit über die Grenzziehung auf der Meeresseite, eine Entscheidung soll 2013 fallen.

«Gelingt es Humala, die Menschen der politischen Mitte bis rechts zu überzeugen, dass er keine Gefahr darstellt und er mehr ein chilenischer oder brasilianischer Linker ist statt ein bolivianischer oder venezolanischer, dann besitzt er einen großen Vorsprung», glaubt der peruanische Journalist und Politologe Mirko Lauer. In Peru, wo die Parteienbindungen sehr labil sind, könnte somit die liberale Wählerschaft von Alejandro Toledo in der zweiten Wahlrunde zu Gunsten von Humala votieren und ihm zum Sieg verhelfen.  (Quelle: http://www.condor.cl/)