
Die evangelisch-lutherische Kirche im kleinen Ort Selo (Gemeinde Moravske Toplice) gehört zu den eher unbekannten Kirchenbauten der Region Prekmurje. 200 Einwohner wohnen in der hügeligen Region. Ca. 65 Mitglieder hat die Kirchengemeinde. „An jedem 1.,3. und 5. Sonntag im Monat feiern wir Gottesdienst in unsere schönen Kirche,“ berichtet Pfarrer Stefan Beznec, der eine weitere Gemeinde in Apace und einige Seniorenheime betreut. „Ich bin deshalb viel mit dem Auto unterwegs.“ Gemeindeveranstaltungen unter der Woche gibt es so gut wie gar nicht. Kinder und Jugendliche gehen zum Unterricht nach Moravske Teplice. „Den Sonntagsgottesdienst besuchen 20 Teilnehmend. Zu hohen Festtagen kommen auch schon mal an die 50-60 Personen,“ so Stefan.


Die Gemeinde entstand nach dem Toleranzpatent Joseph II im Jahr 1783. Sie musste lange auf einen Kirchbau warten. 1937 wurde der Beschluss gefasst, es anzupacken. 1939 begann der Kirchbau, der allerdings durch den 2. Weltkrieg unterbrochen wurde. Nach dem Krieg ging die Arbeit auf Grund finanzieller und materieller Probleme langsamer als gewünscht voran, so dass die Kirche erst 1966 geweiht werden konnte. Der Holzaltar wurde von einem Schreiner des Dorfes hergestellt. Das Altarbild malte ein Künstler des Ortes. Ein Teil der Inneneinrichtung und der Ziergegenstände, z.B. die Sitzbänke und die Lampen, stamme aus der ehemaligen Synagoge in Murska Sobota und wurden vor dem Abriss des jüdischen Gotteshauses durch das kommunistische Regime 1954 von der evangelischen Gemeinde in Selo erworben.
Das GAW hat der Gemeinde im Projektkatalog 2020 mit 14.000 € geholfen, eine Toilette im Eingangsbereich zu installieren, den Treppenaufgang zur Empore zu erneuern und das Taufbecken zu sanieren.
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