Am Sonntag, den 9. Oktober 2022, wurde Leonardo Schindler für weitere vier Jahre zum Präsidenten der Evangelischen Kirche vom Rio de la Plata (IERP) gewählt. Bewegt zeigte er sich nach der Wahl und dankte für das Vertrauen der Synode.

GAW-Präsident Dr. Dutzmann gratulierte ihm und wünschte ihm Gottes Segen für seinen Dienst. „Es hat mich beeindruckt, wie die Atmosphäre auf der Synode war, wie geleitet und diskutiert wurde“, sagte Dr. Dutzmann. „Zudem hat mir gut gefallen, wie die Jugendlichen der IERP auf der Synode präsent waren, die Andachten gestaltet haben und ihre Arbeit vorgestellt haben. Diese jungen Menschen sind ein Hoffnungszeichen für die Kirche.“ 

Des Weiteren hob er die Arbeit der Diakoniestiftung „Hora de Obrar“ hervor. Inmitten der verschiedenen Herausforderungen in Argentinien, Paraguay und Uruguay setzt sie Themen, klärt auf, berät die Gemeinden stärkt die Diakonie der Kirche insgesamt. „Für das GAW ist Hora de Obrar zudem ein verlässlicher Partner , weil sie sich um die Projektzusammenarbeit und Projektbegleitung der GAW-Projekte kümmern“, betonte der GAW-Präsident.
 

Ein wichtiges Thema auf der Synode war der sog. Synodalbeitrag der einzelnen Kirchengemeinden. „Seit mehr als 12 Jahren hat die IERP versucht, das als ungerecht empfundene System zu ändern. Nun endlich ist es geschafft“, zeigte sich Schindler am Ende der Synode dankbar. Bisher mussten alle Gemeinden, egal wie groß, 15% ihres Haushaltsbudgets an die Gesamtkirche zahlen, damit diese ihre Aufgaben wahrnehmen kann. Dazu gehören der Unterhalt des Büros der Kirchenleitung in Buenos Aires, die Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer und ökumenische Kontakte etc.

„Unsere Aufgabe ist es in der IERP, die unterschiedlichen Traditionen und Kulturen zusammen zu halten“, sagte Schindler. „Dazu gehören auch die unterschiedlichen ökonomischen Voraussetzungen. Eine brasilianisch geprägte Gemeinde in Paraguay von Sojabauern kann mehr leisten als eine urbane Gemeinde in einem Elendsviertel von Buenos Aires. Dazu kommen die unterschiedlichen Währungen, staatlichen Regelungen, Inflationsraten …“

Der IERP gelingt es – das zeigt die Synode -, die Spannungen und unterschiedlichen Bedingungen auszuhalten und miteinander Kirche zu sein.

In den Grußworten des Moderators der Waldenserkirche am La Plata Marcelo Nicalau und des stelllvertretenden Kirchenpräsidenten der lutherischen Kirche Brasilienes (IECLB) Odair Braun wurde dazu die gute Verbindung der Kirchen untereinander in der Region deutlich. Sie brauchen sich als Diasporakirchen gegenseitig in Lateinamerika, einem Kontinent, in dem es viele Spannungen gibt – das wird deutlich kurz vor der Präsidentschaftswahl in Brasilien.

Mit einem bewegenden Gottesdienst endete am Sonntag Abend die Synode der IERP.