v.re.n.li.: Moderator Meletis Melitiadis, Babis, GS Enno Haaks 

„Wie hast Du die Arbeit im Flüchtlingscamp gefunden?“ fragen wir Babis, der seit über 30 Jahren in Griechenland lebt, gebürtig aber aus Nazareth ist. „Nicht ich habe die Arbeit gefunden. Sie haben mich gefunden!“ sagt Babis, der als Dolmetscher im Flüchtlingscamp in Volos von einer dänischen NGO angestellt ist. Eigentlich ist er Zahntechniker. Als das Flüchtlingscamp in Volos geöffnet wurde, da hat er anfangs sich als Ehrenamtlicher angeboten zu helfen.  „Ich mache neben der Übersetzungsarbeit alles im Camp, was notwendig ist, damit die Menschen hier sich als Menschen wahrgenommen fühlen. Sie haben vielleicht alles verloren, aber nicht ihre Menschenwürde und ihre Rechte!“ Babis ist die „gute Seele“ in dem Camp. 

Das Flüchtlingscamp in Volos im Norden Griechenlands wurde im Juni 2016 eingerichtet in

Blick auf das Gelände des Camps

einer ehemaligen Mercedes-Niederlassung. Diese musste schließen, als die Wirtschaftskrise sich im Land verschärfte. Inzwischen hat der Besitzer eine Mietvereinbarung mit dem griechischen Militär geschlossen, die das Lager verwaltet. Anfangs wurden in der Ausstellungshalle Zelte aufgestellt, um die Flüchtlinge unterzubringen. Beheizbar war die Halle nicht. Im Winter war es sehr kalt. Schließlich wurden kleine Wohneinheiten in Leichtbausweise in die Halle eingebaut. Maximal könnten derzeit 200 Flüchtlinge

Wohneinheiten in der

Ausstellungshalle

unterkommen. Im Moment leben ca. 100 hauptsächlich kurdischstämmige Flüchtlinge in dem Lager und warten darauf, wie es für sie weitergehen kann. Das kann bis zu einem Jahr dauern.

Von Beginn an hat die evangelische Gemeinde in Volos unter Leitung des Moderators Meletis Melitiadis mit Hilfe der Unterstützung des GAW sich um Begleitung der Flüchtlinge gekümmert. Anfangs fehlte es im heißen Sommer an Wasser. Die Gemeinde sorgte für Trinkwasser. „Die evangelischen Christen machen hier im Lager den Unterschied“, sagt Babis. „Wenn etwas fehlt, weil kein Geld da ist, dann besorgen sie es.“ Tische und Bänke wurden beschafft. Regelmäßig erhält jeder Flüchtling ein Lebensmittelpacket durch die Gemeinde – egal wie alt. Kocher zum Zubereiten eigener Mahlzeiten konnten angeschafft werden. Dazu besuchen die Gemeindemitglieder das Camp, kommen mit dem Chor oder laden sie ein zu einer besonderen Veranstaltung in der evangelischen Gemeinde.

„Für uns ist bedeutet die Hilfe durch die evangelische Gemeinde, dass wir es hier im Lager friedlicher haben. Eine bessere Versorgung ist friedensstiftend!“ sagt Babis.