Iglesia Valdense von San Carlos Sud

Vor 160 Jahren waren die ersten Familien aus den Waldensertälern in Italien vor Armut
und Hunger an den Rio de la Plata ausgewandert. Sie gründeten die heutige Waldenserkirche am La Plata. In La Paz wurde dann 1893 die erste waldensische Kirche der Region gebaut. Auch der Bau von Schulen wurde von den Diasporagemeinden in Uruguay vorangetrieben. Diese Schulen dienten als Orte der Inkulturation und des Zeugnisses für die und in der Gesellschaft. Mit den Schulen hat die Kirche sehr zur Bildung der Bevölkerung in Uruguay beigetragen. Heute betreibt die evangelische Waldenserkirche am Rio de la Plata das Heim für Behinderte „El Sarandi“. 1973 wurde dieses Heim unter Trägerschaft der Waldensersynode am Rio de la Plata gegründet. Heute wohnen hier rund 40 geistig und zum Teil mehrfach behinderte Bewohnerinnen und Bewohnern zwischen 15 und 73 Jahren. Auch unterhält die Waldenserkirche in Colonia Valdense ein Altersheim.

Derzeit werden die 15 Gemeinden von 17 Pastoren – davon 4 Frauen – betreut. Die evangelische Waldenserkirche am Rio de la Plata mit ihren 14.000 nominellen aber nur 2.500 beitragenden Mitgliedern ist eine ökumenisch gut vernetzte Migrationskirche, welche gerade im Bereich Diakonie und theologische Erneuerung auch heute noch in Lateinamerika in dieser Tradition agiert. Um diese Mission zu verfolgen, setzt die evangelische Waldenserkirche vor allem auf die PastorInnenbildung, welche für Austausch und theologische und methodologische Innovation geschaffen wurde. 

Eine besondere Herausforderung für die Waldenserkirche besteht in der zunehmenden Landflucht im RiodelaPlata-Raum. Diese neue Realität führt dazu, dass die Waldenserkirche lernen muss, sich als „Kirche in der Stadt“ aufzustellen und sich auf die veränderten Rahmenbedingungen und Bedürfnisse einer Stadtbevölkerung einzustellen. Dabei geht es darum, die eigenen Werte einer (ländlichen) Gemeinde, die in der Liebe Gottes wurzeln, mit den Ansprüchen und Bedürfnissen einer städtischen Gemeinde zu verbinden.

Seit einigen Jahren unterstützt das GAW den sog. Pensionsfonds der Kirche. Die Kirche muss ihren elf pensionierten Pastoren Pensionen zahlen,
was die Kirche in ihren Entwicklungsmöglichkeiten einschränkt.
In den schwierigen 1960er und 70er Jahren war es
nicht möglich, in die Pensionskasse einzuzahlen und vorzusorgen. Auch später konnten
die Pastoren von den geringen Gehältern keine Vorsorge leisten. Zudem sind die Pensionen
in Lateinamerika allgemein sehr niedrig. Oft erhalten die Pfarrer noch nicht einmal die
Hälfte von dem, was sie in aktiver Zeit erhielten. Einige emeritierte Pastoren arbeiten
selbstverständlich weiter und unterstützen die Gemeinden. Natürlich gibt es
auch einige, die das aus Altersgründen nicht mehr können, wie z.B. Pastor em. Rostan
(*1928). Er lebt mit seiner Ehefrau im Altenheim der Kirche und hilft bei der
Seelsorge in diesem Haus. Pastorin em. Geymonat (*1938) lebt mit ihrem Mann in
Buenos Aires und arbeitet noch aktiv in der Waldensergemeinde mit. Sie vertritt
ihre Kirche bei ökumenischen Aktivitäten.

Das GAW unterstützt den Pensionsfonds mit 17.000 Euro und ist dabei auf Hilfe angewiesen:

GAW-Spendenkonto

KD-Bank

IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11

BIC: GENODED1DKD

Stichwort: Pensionsfonds Waldenser