
Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 hat sich das Leben von Millionen Menschen radikal verändert. Auch Valentyna gehört dazu. Die Rentnerin aus Mykolaiv musste ihre Heimat verlassen – und fand Schutz in Rumänien.
Heute lebt sie im Elimheim in Michelsberg, einem Begegnungshaus der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (EKR). „Ich habe hier ein Zuhause gefunden“, sagt sie dankbar. Was für viele selbstverständlich erscheint, ist für sie zur neuen Lebensgrundlage geworden.

Zeitweise bot das Haus mehr als 40 Geflüchteten Sicherheit. Inzwischen leben noch sechs Menschen dort – vor allem alleinstehende Rentnerinnen und Rentner, die unter den aktuellen Umständen keine Perspektive auf eine Rückkehr haben.
Die EKR reagierte unmittelbar nach Kriegsbeginn. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wurde ein Beherbergungsprogramm aufgebaut, das Unterkunft und Verpflegung sicherstellt. Doch die Hilfe steht auf unsicherem Fundament: Staatliche Unterstützung kommt oft verspätet oder bleibt ganz aus.
„Man kann diese Menschen nicht einfach wieder wegschicken“, betonen Bischof Reinhart Guib. Für die Kirche sei die Unterstützung eine Frage der Mitmenschlichkeit.
Die besondere Sensibilität hat historische Gründe. Die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen kennt selbst Flucht und Vertreibung – nicht zuletzt durch die Deportation von über 30.000 Menschen in die Sowjetunion im Jahr 1945.
Ein wesentlicher Pfeiler der Finanzierung ist das GAW, das bislang 48.000 Euro für Unterkunft und Verpflegung bereitgestellt hat. Dennoch bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss.
Geleitet wird das Elimheim von Klaus Göbbel. Er verließ seine Heimat als Kind und kehrte nach 32 Jahren zurück – ausgerechnet im Jahr des Kriegsbeginns. Heute trägt er Verantwortung für das Haus und seine Bewohner. „Oft bin ich alles zugleich: Sozialarbeiter, Organisator und Verwalter“, sagt er.
Das aktuelle Programm läuft in diesen Monaten aus. Für Valentyna gibt es dennoch eine Perspektive: Sie darf bleiben. Und sie will mehr als nur Schutz suchen – sie möchte selbst mithelfen und einen Beitrag leisten.
„Valentyna ist bei allem Unglück auch ein Gewinn für uns“, sagt Göbbel. „Sie packt an, versteht sofort, was zu tun ist.“
Doch für alle Beteiligten bleibt das eigentliche Ziel ein anderes: das Ende des Krieges. Ein Ende, das Millionen Menschen die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen würde.
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