
Als im Mai 2024 verheerende Überschwemmungen den brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul trafen, stand auch die Stadt Porto Alegre unter Wasser. Besonders schwer betroffen war lutherische Friedensgemeinde im Stadtteil Navegantes. Mehr als dreißig Tage lang waren Kirche, Gemeinderäume und das Gemeindesekretariat überflutet.
Das Wasser hinterließ ein Bild der Verwüstung: Die Kirchentüren wurden herausgerissen, die hölzerne Wandverkleidung stand vollständig unter Wasser, Kirchenbänke trieben durch das Kirchenschiff. In der Sakristei wurden Fenster, Schränke und Boden stark beschädigt. Der Altar war kaputt. Besonders dramatisch war die Situation am Turm der 1927 erbauten Kirche. Risse gefährdeten die Statik. Auch das Dach wurde in Mitleidenschaft gezogen. Gottesdienste waren nur sehr eingeschränkt möglich – die Vordertür der Kirche musste aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.

Das Altarkreuz blieb wie schon bei der großen Flut von 1941 unversehrt.
Die Wiederherstellung der Kirche wurde zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung. Die Gemeinde selbst sammelte Spenden und packte tatkräftig an. Zugleich stellte Lutherische Kirche (IECLB) den Kontakt zu Partnern her. Das GAW unterstützte die Friedensgemeinde mit 25.000 €. Dank der Sonderspendensammlung für die Kirchengemeinden, die unter der Flut gelitten haben, war das möglich.
Das Kirchendach konnte damit saniert, die Elektrik erneuert und der Glockenturm stabilisiert werden. Besonders wichtig war die Restaurierung der historischen Holzgegenstände: Altar, Kanzel, Kirchenbänke und Türen wurden fachgerecht aufgearbeitet. Auch der Fußboden wurde instandgesetzt.
Die Sanierung ist weitgehend abgeschlossen. Die Gemeinde bereitet sich nun darauf vor, ihre Kirche in diesem März 2026 feierlich wieder einzuweihen. Für die Menschen vor Ort bedeutet das weit mehr als ein renoviertes Gebäude: Es ist ein Zeichen der Solidarität und ein sichtbares Hoffnungszeichen nach der Überschwemmungskatastrophe.
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