Gespräch in den Büroräumen des MECC (Foto: Haaks)

„Der Middle East Council of Churches (MECC) ist wichtig, weil er Einheit ermöglicht, Hoffnung organisiert und christliche Verantwortung im Nahen Osten sichtbar macht,“ sagt der Direktor der Theologischen und ökumensichen Abteilung des MECC beim Gespräch in den Büroräumen in Beirut. „Wir müssen uns zusammentun, damit wir gemeinsam die christliche Stimme in der Region stärken.“

Das ist ein wichtiger Schnitpunkt für das GAW, das nmit dem MECC nicht direkt verbunden ist. Aber das GAW steht in enger Partnerschaft mit den beiden evangelischen Partnerkirchen im Libanon und in Syrien, der National Evangelical Synod of Syria and Lebanon (NESSL) und der Union Armenischer evangelischer Kirchen im Libanon und in Syrien. Seit 2011 begleitet das GAW diese Kirchen. Beide sind durch ihre Mitgliedschaft in der Fellowship of Middle East Evangelical Churches (FMEEC) mit dem Middle East Council of Churches (MECC) verbunden.

Die Kirchen insgesamt im Nahen Osten brauchen die Aufmerksamkeit und den solidarischen Blick, damit sie nicht vergessen werden, und damit ihnen geholfen werden kann, in ihrem Umfeld sozial-diakonisch in ihre Gesellschaften hineinzuwirken. Dafür steht das GAW. Netzwerkarbeit ist wichtig für die Partnerkirchen des GAW und das GAW selbst. Diesem diente der Besuch bei Vertretern des MECC in Beirut.

(Foto: Haaks)

Der MECC ist die zentrale ökumenische Plattform der Kirchen im Nahen Osten.1974 gegründet sind in ihm 21 Kirchen miteinander verbunden – orthodoxe, orientalisch-orthodoxe, katholische und evangelische Kirchen. Die evangelische Kirchenfamilie wird dabei durch die FMEEC eingebracht, die ihrerseits zahlreiche Kirchen und Gemeinden der Region miteinander vernetzt. Mit Rev. Paul Haidostian sitzt ein evangelischer Vertreter im Vorstand. Seine Armenische Evangelische Kirche und die NESSL sind über diese Struktur sowohl evangelisch verwurzelt als auch ökumenisch eingebunden. Für das GAW ist diese ökumenische Verankerung von großer Bedeutung, da sie die kirchliche Präsenz im Nahen Osten stärkt und konfessionelle Grenzen zugunsten eines gemeinsamen christlichen Zeugnisses überwinden hilft.

Eine weitere wichtige Verbindungslinie verläuft zur ACT Alliance, das 2009 durch die Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen gegründet wurde. Der Präsident der ACT Alliance ist aktuell Nicolas Rosenthal aus Argentinien. Er wurde im November 2024 für drei Jahre in dieses Amt gewählt. ACT Alliance steht für eine enge Kooperation mit dem MECC, das Mitglied dieses globalen kirchlichen Bündnisses ist, dem über 140 kirchliche NGO´s weltweit angehören. Die ACT Alliance vernetzt weltweit kirchliche Hilfswerke und Kirchen in den Bereichen humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Advocacy. Auch wenn das GAW selbst kein Mitglied der ACT Alliance ist, gibt es zahlreiche inhaltliche Berührungspunkte: der Einsatz für die Würde jedes Menschen, die Unterstützung von Kirchen in Minderheitensituationen, der Schutz von Geflüchteten sowie das Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte.

Für das GAW stehen dabei insbesondere die langfristige Stärkung kirchlicher Strukturen, Bildung, Gemeindearbeit und die Begleitung christlicher Minderheiten im Mittelpunkt. In Krisenkontexten ergänzen sich diese Anliegen mit den humanitären und politischen Arbeitsfeldern von MECC und ACT Alliance. Das Gespräch mit dem MECC bietet daher die Chance, gemeinsame Themen zu vertiefen: die Zukunft christlicher Präsenz im Nahen Osten, ökumenische Zusammenarbeit in Zeiten von Krieg und gesellschaftlicher Polarisierung sowie die Rolle der Kirchen als vertrauenswürdige Akteure im Dienst am Menschen.

Diese Netzwerkarbeit zeigt, dass Dialog für kirchliche Minderheiten essenziell ist. Die genannten Netzwerke zeigen, wie lokale kirchliche Realität mit regionaler ökumenischer Verantwortung und globaler Solidarität verbunden ist. Das braucht unsere Welt von den Christen, die weltweit miteinander verbunden sind.