Pfr. Simon Sever in Bodonci
(Foto: Haaks)

Im nordostslowenischen Bodonci zeigt sich, wie sehr eine lebendige Gemeinde ein Dorf prägen kann. Die evangelische Kirche A. B. hat dort in den vergangenen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was möglich ist, wenn viele zusammenstehen. 2022 konnte die umfassende Sanierung der denkmalgeschützten Kirche abgeschlossen werden – ein Projekt, das für die Gemeinde von großer Bedeutung war. Viele Ehrenamtliche haben bei den Sanierungsarbeiten insgesamt 5.000 Arbeitsstunden dafür eingesetzt. Das Gotteshaus, fast 120 Jahre alt, litt seit Langem unter massiven Feuchtigkeitsproblemen. Die Mauern mussten freigelegt, Drainagen gelegt und der schadhafte Putz vollständig erneuert werden. Heute präsentiert sich die Kirche wieder in bestem Zustand. „So schön war die Kirche auch direkt nach dem Bau nicht,“ so Pfarrer Simon Sever, der mit viel Elan die Bau- und Sanierungsprojekte der Kirche vorangetrieben hat. Seit 20 Jahren ist er der Pfarrer – aber inzwischen mehr als das: Nachbar, Freund, Netzwerker. Er hilft, den Ort zusammenzuhalten.

Gemeindehaus gefördert 2013
(Foto Haaks)

Es ist nicht das erste Mal, dass seine Gemeinde mit Unterstützung des GAW bauliche Herausforderungen erfolgreich meistern konnte. Bereits 2008 und 2013 wurden wichtige Projekte gefördert, darunter der Bau des modernen und energieeffizienten Gemeindehauses. Diese Investitionen haben zu einer baulichen Qualität geführt, die in Slowenien ihresgleichen sucht: Alle Gebäude der Gemeinde sind hochwertig saniert, ausgestattet mit moderner Technik und effizienten Heizsystemen.

Rund 1.045 Mitglieder zählt die Gemeinde Bodonci heute. Der Jahresbeitrag liegt bei 50 Euro – ein überschaubarer Betrag. Deshalb sind immer wieder Fundraisingmassahmen notwendig. Besonders die Imkerei mit 30 Bienenstöcken ist zu einem Markenzeichen geworden. Der Honig aus Bodonci wird u.a. im GAW Württemberg verkauft. Simon ist auch als „Honig“-Pastor bekannt.

Gemeindehaus, Pfarrhaus mit Kirche
(ganz rechts)

Simon prägt das Gemeindeleben. Er war 2001/02 Stipendiat des GAW und hat – wie er selbst sagt – zahlreiche Anregungen aus Deutschland in seine Arbeit integriert. Die Erfahrungen aus dieser Zeit haben ihn nachhaltig geprägt. Dass Bodonci heute eine so gut organisierte und aktive Gemeinde ist, führt er auch auf die Arbeit seine Vorgängers und auch die Unterstützung durch das GAW zurück.

In Bodonci hält man zusammen – das spürt man. Das gesamte Kirchenensemble mit Kirche, Gemeindehaus, Pfarr- und Bienenhaus ist in einem sehr guten Zustand. Die Gemeinde ist lebendig und engagiert – und kann motivierend für andere Gemeinden sein.